Rezensionen zu: Saint Marcellin 100g

Freitag, 07. September 2012

Saint Marcellin 100g Bewertung: TEXT_OF_5_STARS
Autor: Gast
Rezension: Einige Jahre spielte ich mit grodfer Leidenschaft an Heiligabend den Weihnachtsmann ffcr die Kinder in uneesrr Nachbarschaft. Im vergangenen Jahr dann wohl vorerst zum letzten Mal.Nachdem ich mir zu Hause pfcnktlich um 16 Uhr den roten Anzug fcbergestreift und ein dickes Kissen unter die Jacke gepackt hatte, schnfcrte ich mit einem schwarzen Ledergfcrtel meinen gewf6lbten Leib fest zusammen, sodass der dicke Bauch richtig zur Geltung kam. Mir wurde ganz warm ums Herz, als ich an die strahlenden Kinderaugen dachte, die ich in wenigen Minuten zu sehen bekommen wfcrde.Nachdem meine Augenbrauen weidf und die Wangen, sowie die Nase kre4ftig rot geschminkt waren, musste nur noch die Mfctze richtig drapiert, eine Brille aufgesetzt und der falsche Bart angeklebt werden. Stolz betrachtete ich mein Werk im Spiegel, Dann warf ich mir den prall geffcllten Jutesack stf6hnend fcber die Schulter und verliedf frohen Mutes unser Haus durch die Hintertfcr. In den viel zu grodfen Stiefeln meines Mannes stapfte ich durch den Schnee zum Haus der Nachbarn.Nun war ich nicht mehr Rebecker, sondern der Weihnachtsmann.Am Ziel angekommen, warteten bereits die Eltern, die Oma und die vier reizenden Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren sehnsfcchtig und ungeduldig auf den lieben Weihnachtsmann.Die Grf6dferen hatten wie in jedem Jahr einen Sessel ffcr ihn bereit gestellt, in den er sich nach der Bescherung ffcr einige Minuten der Besinnlichkeit setzen durfte und in dem ihm stets die schweren Stiefel ausgezogen und die brennenden Ffcdfe massiert wurden. Fasziniert blickten die Vier auf seine Socken, die mit grodfen Lf6chern versehen waren und aus denen die Grodfzehen vorwitzig heraus lugten. Kichernd rfcmpften die Kinder die Nase und lachten sich halb kaputt, wenn der Weihnachtsmann die Zehen wackeln liedf.Alles verlief reibungslos. Die Kleinen waren rundherum glfccklich und spielten begeistert mit ihren neuen Spielsachen. Bis die Oma auf eine verhe4ngnisvolle Idee kam und dem Weihnachtsmann ein Glas Rotwein vor die Nase hielt und ihm zu verstehen gab, dass er erst wieder gehen dfcrfe, wenn er dieses ausgetrunken habe. Trotz eindringlicher, abwehrender Gesten und flehentlicher Bitten liedf sich die Oma nicht erweichen und prostete dem schwitzenden Weihnachtsmann aufmunternd zu, er mf6ge seine kratzige Stimme etwas f6len. Die Eltern le4chelten verkrampft und zuckten hilflos die Schultern, we4hrend der Weihnachtsmann vorsichtig und seufzend das Glas in die behandschuhte linke Hand nahm und mit der Rechten den Schnurrbart etwas anlupfte, um einen Schluck des guten Weines dahinter zu schfctten. Was jedoch zur Folge hatte, dass audfer dem Wein auch ein wenig Watte in den Mund des Weihnachtsmannes geriet und er sich prompt verschluckte. Ein schrecklicher Hustenanfall ergriff ihn nun und liedf den hinter dem Bart befindlichen Wein freien Lauf und fe4rbte diesen in Nullkommanichts rot. Hustend und prustend wollte er sich nun fcberstfcrzt aus dem Staube machen und bemfchte sich gerade schwerfe4llig aus dem Sessel heraus, als die 5-je4hrige Tessa misstrauisch geworden, plf6tzlich und ohne Vorwarnung auf den Weihnachtsmann zustfcrmte und ihm mit beiden He4nden den Bart vom Gesicht riss und e4udferst empf6rt schrie: Du bist ja gar nicht der Weihnachtsmann, du bist ja die dicke Rebecker! Dieses Jahr werde ich mir wohl eine andere Familie suchen mfcssen.Frohe Weihnachten!

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